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Wann ist das Campen an der Badekuhle in Wassensdorf möglich?

Nicole-und-Alexander am Seeufer

Nicole und Alexander Albrecht wollen in Wassensdorf einen Naturcampingplatz eröffnen. Die Hoffnung, mit Saisonbeginn zu starten, hat sich zerschlagen. Wie ist der aktuelle Stand?

Einen Naturcampingplatz im Drömling errichten Nicole und Alexander Albrecht an der Badekuhle in Wassensdorf. Foto: Anett Roisch

Wassensdorf. – Eigentlich sollte der Naturcampingplatz in diesem Jahr zum Herrentag an der Badekuhle in Wassensdorf schon eröffnet werden.

Nicole und Alexander Albrecht sind die künftigen Campingplatzbetreiber. Doch sie erklären: „Das wird nichts. Wir stecken nach wie vor in einem Genehmigungsverfahren. Es gibt also einen Bebauungsplan, der angepasst werden muss, um einen Campingplatz herrichten zu können.“

Uwe Dietz, Leiter des Bauamtes der Stadt Oebisfelde-Weferlingen, schildert: „Wir sind im Aufstellungsverfahren für den Bebauungsplan.“ Das sei nach den Ausführungen des Amtsleiters die Grundlage, damit die Albrechts die entsprechende Baugenehmigung bekommen können. Der B-Plan würde jetzt öffentlich ausliegen. „Wenn die Trägerbeteiligung abgeschlossen ist, gibt es die sogenannte Planreife. Das heißt also, dass man im Vorab eine Baugenehmigung bekommen kann. Ich denke, dass wir die abschließende Beschlussfassung des Stadtrates dazu im Juni hinkriegen“, blickt Dietz voraus.

Die Albrechts sind schon immer leidenschaftlich gern Camper. „Die Reise beginnt, wenn man ins Auto steigt. Es ist ein Gefühl von Freiheit“, beschreibt es die gebürtige Oebisfelderin. Das Gelände an der Badekuhle sei ihrer Meinung nach der ideale Ort für Ruhe und Entspannung.

Gut mit dem Rad zu erreichen

„2021 stand in der Volksstimme, dass die Stadt für das Gelände ein neues Nutzungskonzept sucht. Als wir mit unseren Camperfreunden zusammensaßen, entstand die Idee, das Areal als Campingplatz auszubauen. Ein Kumpel motivierte uns, einfach ein Konzept zu schreiben und es abzugeben. Wir hatten ja nichts zu verlieren – und haben den Zuschlag bekommen“, erinnert sich das Ehepaar, das momentan nebenberuflich selbstständig und auch noch in Vollzeit arbeitet.

Von Vorteil sei es, dass Wassensdorf sehr gut an das Radwegenetz angebunden ist. Auch die Anreise mit dem Fahrrad im Zug sei möglich, denn schließlich hat Oebisfelde einen Bahnhof. Nur zehn Minuten würde man vom Bahnhof zur Badekuhle radeln.

„Wenn wir die Genehmigungen hätten, würden wir es sicher bis zum Sommer schaffen. Aber wir können trotzdem schon einiges – was außerhalb des Bauverfahrens liegt – mit einer Bauanzeige machen. Das sind in Abstimmung mit dem Bauamt kleinere Tiefbaumaßnahmen“, erklärt Alexander Albrecht. Dazu zählten auch das Herausnehmen des Totholzes und die Baumbeschneidungen im Februar. Außerdem werde nach den Ausführungen der Betreiber die Infra-Struktur für den Platz geschaffen. Dazu gehören die Wasseranschlüsse und die Stromkabel für die Säulen, die unter die Erde gebracht werden. „Wir werden einen größeren sechsstelligen Betrag investieren. Wenn alles gut geht, soll der B-Plan im Juni durch sein. Dann können wir den Bauantrag stellen“, sagt die Campingplatzbetreiberin und gesteht, dass es auf dem drei Hektar großen Gelände noch viel zu tun gibt.

Vorgesehen seien 55 Stellplätze für Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte, plant Alexander Albrecht. Außerdem sollen zwei Wohnwagen, in die sich Gäste für ihren Urlaub einmieten können, aufgestellt werden. „Wenn es genügend Fördermittel gibt, könnten hinter dem See noch Iglus und Schlaffässer errichtet werden“, blickt die 41-jährige Oebisfelderin voraus. Geplant sind außerdem Wohnmobilstellplätze vor dem Gelände. Diese seien dann zu jeder Zeit erreichbar, ohne die Infrastruktur des Platzes zu nutzen.

Offizielle Eröffnung erst 2025

Die offizielle Eröffnung des Campingplatzes wird es wohl erst im kommenden Jahr geben. Trotzdem sind für 2024 schon einige Aktionen auf dem Gelände geplant. Eine Mitmachaktion fand erst vor kurzem in Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat Drömling statt. Familie Albrecht hat – wie auch andere Naturschützer – eine Patenschaft aufgenommen. Die Paten des Reservates pflanzten Apfelbäume, bauten Vogelkästen und brachten Fledermausbehausungen an die Bäume. Eine hölzerne Sitzgruppe und eine Info-Tafel wurden aufgestellt.

Das Areal ringsum die Badekuhle ist nämlich auch ein Lernort des Biosphärenreservates. So soll auf dem Campingplatz am 25. Mai ein Tag „Rund um die Biene“ stattfinden. Anmeldungen sind unter sabine.wieter@biores.mwu.sachsen-anhalt.de möglich. Außerdem soll es in Wassensdorf vom 23. bis zum 26. Mai einen Zeidlerkurs geben. Infos und die Möglichkeit der Anmeldung gibt es unter www.sabienenimkerei.de/kurse/3-zeidlerkurs-mit-haiko-kuntze.

Die künftigen Betreiber streben auch eine Zusammenarbeit mit dem Wassensdorfer Karnevalverein an. Die Karnevalisten hatten sich viele Jahre um die Badekuhle gekümmert. „Die Vereinsmitglieder hatten viel Zeit und Arbeit in das Grundstück gesteckt. Es gab tolle Aktionen, die wir wieder zum Leben erwecken wollen“, sagen die Albrechts und berichten, dass sie sich mit den Faschingsfreunden zusammensetzen wollen, um ihre Vorstellungen für die Zukunft zu besprechen.

Zeitungsartikel vom 05.04.2024
Quelle: Volksstimme

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