Auf dem Platz in Wassensdorf werden nicht nur Naturfreunde campen, sondern auf dem idyllisch gelegenen Areal steht nun auch eine Burg für Insekten.
Von Anett Roisch
WASSENSDORF. Ausgerüstet mit schweren Werkzeugen rücken sie an: Die Frauen und Männer der Lebenshilfe Wolfsburg und der Lebenshilfe Altmark-West aus dem Wohnheim am Frentzel-Ring in Gardelegen wollen auf dem Naturcampingplatz in Wassensdorf helfen, die Tiere des Drömlings zu schützen.
Auch die Juniorranger des Drömlings und deren Eltern sowie einige Freiwillige sind voller Tatendrang beim Arbeitseinsatz dabei. Es ist der Saisonstart für das Projekt „Ehrensache Natur 2025“. Menschen mit und ohne Handicap beteiligen sich wieder an einem Naturprojekt. Damit wird die bereits bestehende Kooperation der Behinderteneinrichtungen mit dem Unesco-Biosphärenreservat gestärkt. Ziel ist an diesem Tag der Bau einer Bienenburg.
Erfreut über die engagierten Akteure sind Nicole und Alexander Albrecht. Sie sind die Betreiber des Campingplatzes an der Badekuhle und zugleich ein Partnerbetrieb des Biosphärenreservates. Klarer Fall ist, dass auch Familie Albrecht die Ärmel hochkrempelt.
Die Regie beim Bauen haben die erfahrenen Ranger, deren Anordnungen die Helfer voller Elan folgen. Aus Palisaden und einer Palette entsteht das Grundgerüst, das Stück für Stück mit Materialien aufgefüllt wird. Verwendet werden Lehm, Tonziegel, Sand, Holzspäne und Erde. So ganz nebenbei beantworten die Ranger Fragen rund um das Leben der Wildbienen. Neben dem „Hotelbau“ für Insekten säubern die Juniorranger Nistkästen, die im vergangenen Jahr bei einem Aktionstag gebaut und an die Bäume gebracht wurden. Mitarbeiter der Behindertenwohnheime beschneiden während dessen Sträucher und fegen das Laub zusammen.
,,Sehr hilfreich beim Arbeitseinsatz ist Lasse von Rützen, der seit September 2024 ein Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) bei uns im Drömling absolviert‘: erklärt Sabine Wieter, Mitarbeiterin der Biosphärenreservatsverwaltung. Der 19-Jährige, der aus Wahrstedt in Niedersachsen stammt und zurzeit in Oebisfelde wohnt, habe sich – nach den Ausführungen der Reservatsmitarbeiterin – tief in die Bienenburg-Projekte eingearbeitet. Auch beim Bau der Bienenbehausung im Park in Lockstedt sei der FÖJler gemeinsam mit den Rangern federführend dabei gewesen.
Bei einem gemeinsamen Essen zeigen sich alle Beteiligten überaus zufrieden mit dem Ergebnis ihres Wirkens. ,,Wir haben hier viele Freunde gefunden‘: sagen die Wolfsburger und freuen sich auf die nächste Aktion, die bereits im Detail besprochen wird. ,,Es war eine schöne Runde. Alle waren begeistert vom Platz und von den vielfältigen Möglichkeiten in Sachen Naturschutz. Die Zusammenarbeit soll ausgebaut werden‘: zieht Nicole Albrecht Bilanz.
